Monschau 2009

Sabine FüßerEin Wildwasserrennen in Monschau auf der Rur bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein erfreute nicht nur die zahlreichen Zuschauer am Rand der Strecke, sondern auch Trainer, Organisatoren und vor allem die Sportler, die sich bei diesem ersten Qualifikationsrennen direkt ihr Ticket zur Teilnahme an den diesjährigen  Europameisterschaften im italienischen Sondrio sichern konnten. Seit 1955 hat sich der Wildwasserrennsport auf der Rur in Monschau zu einem festen Bestandteil der sportlichen Kultur NRW's entwickelt. Ihre Aufgaben meisterte die Organisatoren vom Rhein Kanu Club Köln dieses Traditionsrennens auf der einzig naturbelassenen Wildwasserstrecke in NRW mit Bravur, die kurzfristig nach dem Rückzug des jahrelang ausrichtenden Vereins KCG Köln im Januar eingesprungen sind.  Im Rahmen des ersten

Monschauer Blumentages lockte das Touristikamt Monschau an diesem Tag bei herrlichen Bedingungen zahlreiche Zuschauer und Medienvertreter an die Strecke.
Für die Leistungsklassesportler im Kanu- Wildwasserrennsport galt es sich mit einem Sieg in ihrer Kategorie bereits das Ticket zur Teilnahme an den Europameisterschaften im Juni zu sichern. Aber auch bei den Junioren war das Ranglistenrennen bereits richtungweisend für die Qualifikationsläufe zu den Weltmeisterschaften in der Schweiz. Im Einer- Canadier  der Herren konnte sich Normen Weber aus Brühl wie erwartet an die Spritze des Feldes setzen, die Führung in der nationalen Rangliste weiter behaupten und sich als erster Sportler direkt für die Europameisterschaften qualifizieren.  Dennoch war er mit seinem Resultat nicht zufrieden, „ es läuft noch nicht so richtig rund. Meine Technik und meine Form sind noch stark verbesserungswürdig. Die Linie war auch nicht optimal, aber immerhin hat es zur Qualifikation gereicht“. Souveräner Zweiter wurde sein Mannschaftskollege Dominik Pesch, der sich durch sein Resultat auch für eine Nominierung zum internationalen Wettkampf empfehlen konnte. Knapp hinter ihm platzierte sich Tim Heilinger vom ausrichtenden Verein RKC Köln auf Rang drei und sorgte damit für eine erste Überraschung an diesem Tag. Mit seiner Leistung konnte er sich auch wieder für eine Aufnahme in das Nationalteam empfehlen und die C hance auf eine internationale Teilnahme in diesem Jahr wahren.
Im engsten Rennen des Tages konnte der RKC Köln gleich einen Doppelsieg mit Annika Gierenz und Svenja Beerschwenger feiern. Beide Sportlerinnen trennte im Ziel nur eine halbe Sekunden. Janina Piaskowski aus Fulda musste ihren ganzen Mut zusammennehmen, um die technisch anspruchsvolle Passage, in Kanukreisen auch als „Favoritentöter“ bekannt, sauber zu durchfahren.  Im Endklassement der weiblichen Junioren  belegte sie Rang drei.

Vorjahressiegerin Sabine Füßer vom STV Siegburg konnte sich auch in diesem Jahr wieder an die Spitze des Damenfeldes setzen und siegte nach einer fehlerfreien Fahrt durch den Favoritentöter vor Manuela Stöberl aus Rosenheim, die sich an gleicher Stelle einen Fahrfehler leistete und wertvolle Zeit verlor. Dritte wurde die Braunschweigerin Alke Overbeck, die sich nach einem Jahr Verletzungspause wieder an der Spitze des Damenfeldes zurückmelden konnte.

Im Juniorenfeld der Kajakfahrer konnte sich Europameister Björn Beerschwenger vom RKC Köln souverän den Sieg vor Peter Schumacher aus Trier und Franz Bodewig vom KSK team Köln sichern. Aber auch die weiteren Platzierten Björn Barthel aus Ludwigshafen und der noch Jugendfahrer Max Rendschmidt vom BW Rheidt können sich aufgrund ihrer engen Zeitabstände noch berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im Juniorenteam machen.

Mit großer Spannung erwarteten alle das Rennen der Kajak-Herren. Hier sollte es zum ersten Schlagabtausch zwischen dem besten deutschen Kajak-Fahrer der letzten Saison Tobias Bong vom RKC Köln, der auch bei den ersten Rennen diesen Jahres die nationale Konkurrenz überlegen anführte, und Max Hoff, der aufgrund seiner Karriere im Kanu-Rennsport im letzten Jahr kein Wildwasserrennen bestritt, kommen. Leider erwischte den 21-jährigen Tobias die Grippewelle und er musste kurzfristig seinen Start absagen und sich das Rennen als Zuschauer ansehen. Max Hoff vom Blau Weiss Köln siegt im Rennen mit Tagesbestzeit und sicherte sich somit auch ein Ticket zur Teilnahme an den Europameisterschaften im Wildwasserrennsport.  Achim Overbeck aus Braunschweig konnte sich mit seinem zweiten Platz ebenfalls empfehlen, wie auch Lars Walter und Christian Heil mit den Plätzen vier und fünf. Dritten im Feld wurde der Belgier Maxime Richard.

Im schwach besetzten Feld der Canadier- Zweier konnten sich die Siegburger Maik Schmitz und Nils Knippling mit dem Sieg die Europameisterschaftsteilnahme sichern. Tobias Trzoska und Jannik Göbel belegten mit knappem Rückstand Rang zwei. Dritter wurden Rene Brücker und Jörg Cosic, die wertvolle Zeit durch eine Kenterung verloren.
Leider musste die Jury auch bei diesem Rennen mehrfach feststellen, dass die in der Wettkampfbestimmung festgehaltenen Sicherheitsbestimmungen nicht von allen Sportlern ordnungsgemäß eingehalten wurden, so dass es im Nachhinein zu einigen Disqualifikationen kam.
Dennoch konnten sich die Sieger bei ihrer anschließenden Ehrung auf der Bühne des Monschauer Marktplatzes ausreichend feiern lassen, bevor sich die meisten der Sportler zu den Trainingslagern nach Frankreich oder Slovenien aufmachten, wo sie sich auf das nächste Qualifikationsrennen in Birkefeld auf der Enz Ende April vorbereiten werden. Hier wird dann auch wieder ein international hochkarätig besetztes Feld erwartet.

hier: Ergebnisse Monschau 2009
hier: weitere Fotos vom Wettkampf

 

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